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Monthly Archives: March 2014


Courtney Love + Lynn Hirschberg / Johnny de Brest + Peter Herbstreuth
“Als hätte man mir Gewalt angetan”

1992: Courtney Love und Kurt Cobain freuten sich auf die Geburt von Tochter Frances.

Dann kam die Septemberausgabe von “Vanity Fair” in Umlauf, und nichts war mehr wie vorher.

Kapitel 15 Courtney Love von Poppy Z. Brite

“Ich hätte nie gedacht, daß mich ein Artikel in dieser Zeitschrift je so demütigen oder erdrücken oder verletzen oder mir das Gefühl geben könnte, man hätte mir Gewalt angetan”, sagte Courtney Love später. “Aber es hatte eine unglaubliche Durchschlagskraft. Es war ungeheuerlich. Ich las ein Fax und begann zu zittern. Ich wußte meine Welt war untergegangen. Ich war tot. Das war’s. Für den ganzen Rest meines Lebens. Ich würde nicht nur für immer mit einem gewaltigen Kainsmal herumlaufen, sondern für den Rest meines Lebens für alles Glück, daß ich einmal gekannt hatte, kämpfen müssen. Es hätte nicht sein dürfen, aber ich hatte mich dem allem selbst ausgesetzt. Wenn… wäre ich klar genug im Kopf gewesen, um zu verstehen, was sie vorhatte. Ich wäre nicht so offen gewesen…”.

“Sie” war Lynn Hirschberg, die Autorin eines mehrere tausend Worte langen Verrisses mit dem Titel “Strange Love”. Sie hatte Courtney Love mehrere Tage lang interviewt in einem schicken Restaurant, in einem Second Hand-Laden, sogar in der Wohnung des Cobain Paares… Sie hatte sich Courtneys Vertrauen erworben, war unentdeckt zwischen ihrem Überwachungssystem gegen Lug und Trug durchgeglitten. Sie hatte einen vollkommen humorlosen Artikel über eine Frau geschrieben, deren öffentliches Gesicht vor allem aus Sarkasmus… bestand. Der Artikel stürzte sich auf Courtneys sämtliche Dämonen… Hirschberg ging sogar so weit zu behaupten Courtney habe noch Drogen genommen, nachdem sie sicher wußte, daß sie schwanger war und nähme vielleicht immer noch welche. Selbst die tolerantesten Insider der Musikindustrie hätten angeblich ihre Angst um die Gesundheit des Kindes geäußert und eine “enge Freundin” wurde mit den Worten “Wir machen uns alle Sorgen um das Baby” zitiert. Der Artikel wimmelte nur so von Fehlern, zum Beispiel, daß sich Kurt und Courtney “vor acht Jahren oder so begegnet sein” (es waren 3 Jahre und ein paar Monate) und das Kurt trank (er trank aber überhaupt nicht, wegen seiner Magenprobleme), aber niemandem der Leser fielen diese Ungereimtheiten auf. Und dann das Foto, Michael Contes berüchtigtes Foto, auf dem Courtney hochschwanger zu sehen war, in einem schwarzen BH und einem durchsichtigen Bettjäckchen… es sickerten jede Menge Informationen durch, obwohl das Foto retuschiert wurde und bald boten Zeitschriften in der ganzen Welt Unsummen für das Originalfoto Courtney schwanger mit Zigarette. Courtney und Kurt kauften den gesamten Film. Courtney Love wollte Hirschberg wegen des Artikels verklagen, aber ihre Anwälte redeten ihr das mit der Begründung aus, das werde den Skandal noch schlimmer machen.

Zwei Wochen vor der Geburt des Kindes gesellte sich Courtney zu ihrem Mann Kurt Cobain (den sie “Feenfleisch” nannte) ins Prominenten Hospital Cedars Sinai Los Angeles (behandelt wurden dort u.a. Marilyn Monroe, Robert Kennedy, Liz Taylor, Madonna, Johnny de Brest, Britney Spears) (das Cedars Sinai zählt zum Besitz von Scientology, John Travolta zahlte).
Doch dann ging es erst richtig los: Der Staat verfolgte Courtney Love aufgrund des “Vanity Fair”-Artikel.

Frances Bean Cobain kam um ca. 7 Uhr zur Welt. Sie wog 3 Kilo und zweihundert Gramm. “Das Kind ist in guter Verfassung und wächst in dem Maß, wie man es von einem Neugeborenen erwartet”, sollte eine Presseerklärung des Managements ein paar Tage später verkünden. “Die böswilligen Gerüchte, Frances habe zum Zeitpunkt ihrer Geburt unter Entzugserscheinungen gelitten, sind total aus der Luft gegriffen, sie ist vollkommen gesund”. Das entsprach der Wahrheit. Doch die Medien hetzten weiter: “The Globe”: “Rockstar Baby kam als Junkie zu Welt”, der Artikel behauptete, Frances habe “schreckliche Entzugssymptome” gehabt und beigefügt war ein grausiges Foto eines toten Crackbabys. Courtney und Kurt waren außer sich über diese Diffamierung. Kurt spielte mit Suizid-Gedanken. David Geffen beglückwünschte beide zur Geburt von Frances und schrieb “Ich weiß ihr seid verärgert über diesen Artikel… und die Angriffe gegen Courtney… Die Presse versteht es wirklich, das Privatleben von Menschen zu sabotieren. Aber vergeßt nicht, das diese Dinge vorübergehen und die Leute solche Artikel schnell wieder vergessen. Ihr müßt einfach weiterleben”. Aber niemand sollte den “Vanity Fair”-Artikel so schnell vergessen dürfen. Courtney und Kurt am allerwenigsten. Courtneys Anwältin, Rosemary Carrol, glaubt, daß es der Artikel war, der die Behörden von Los Angeles dazu veranlaßte Maßnahmen gegen die Cobains einzuleiten.

Das Jugendamt stürzte sich geradezu auf die Cobains. Das Paar unterzog sich einer langen Reihe demütigender Gespräche und Untersuchungen, sie fanden Ärzte und andere Zeugen, die schworen, daß sie keine Drogen mehr nahmen, sie gaben sogar Unterlagen über ihre finanzielle Situation ab, um zu beweisen, daß sie sich gut um ihr Kind kümmern konnten. Trotzdem wurden Courtney und Kurt gezwungen (vorübergehend) das Sorgerecht an Courtneys Halbschwester Jaimee abzugeben. Zwei Monate kämpften die Cobains um ihre Rechte. Endlich gestattete man den Cobains Frances mit heimzunehmen, nur unter der Bedingung der Besuche einer Sozialarbeiterin. Courtney wurde einmal pro Woche in einer Praxis untersucht und nahm an Treffen mit klinischen Psychologen teil. Bei Einhaltung der Auflagen wurde Courtney eine sehr günstige Prognose gestellt. L.A. kam ihnen jetzt feindselig vor, sie begannen sich nach einem Haus in Seattle umzusehen.

Aber noch weitere Verletzungen und Enttäuschungen standen bevor. Julian Cope ließ in ausgewählten Zeitschriften eine ganzseitige Anzeige drucken. Die Anzeige bestand aus einer langen Hetzrede Julians, in der es unter anderem hieß “Man befreie uns von Heroin-Löchern, die sich an unsere besten Rockstars klammern”. “Courtney braucht einen Schuß und ich werde ihr einen Schuß verpassen”. Courtney Loves Verbrechen bestand darin, berühmter geworden zu sein als Julian. So wie Johnny de Brest berühmter wurde als das Neid-Netzwerk um Wolfgang Weßling “Sars Girl” und wie immer sich diese Leute auch nennen mögen. Courtney Love: “Es hat mich schrecklich gekränkt und ich verstehe nicht, wieso er (Julian) das tut”.

Etwa um dieselbe Zeit entdeckten die Cobains zwei Personen, u.a. Britt Collins, die in ihrem Hinterhof herumschnüffelten. Ein Nachbar berichtet, gesehen zu haben, wie eine Frau, auf die eine Beschreibung paßt, versuchte, in das Haus der Cobains einzubrechen. Offenbar ging es wieder einmal darum, Courtney und Kurt fertigzumachen. Die Cobains gerieten in Panik. “Wenn in diesem Buch irgendetwas steht, das meiner Frau weh tut, dann werde ich dir auch verdammt wehtun”, war die erste Nachricht auf dem Anrufbeantworter der Stalker, insgesamt hinterließ Kurt Cobain 9 Botschaften in Abständen von 2 Minuten. Die Stimme war jung, heiser, müde und verbittert: “Ich liebe es, wenn man mich verarscht, ich lasse mich gerne erpressen, ich werde euch alles geben, was ihr wollt, ich flehe euch an. Ich liege auf den Knien, mit weit offenem Mund. Ihr habt nicht die geringste Ahnung, was ihr da tut … ihr schmarotzerischen kleinen Fotzen … es ist mir so scheißegal, ob ihr meine Drohungen auf Band habt. Ich nehme an, es würde mich nur ein paar hunderttausend Dollar kosten, euch kaltmachen zu lassen, aber vielleicht versuche ich es erst auf dem legalen Weg”. Auch Courtney hinterließ Nachrichten auf dem Anrufbeantworter der Stalker. Aber Kurts Äußerungen waren die Einzigen, die von den Stalkern an das Magazin “Select” übergeben wurden.

Sobald wie möglich kehrten die Cobains nach Seattle zurück. Sie kauften ein Haus in Carnation, in der Nähe von Seattle. Im Dezember 1992 schmückten die Cobains zahlreiche Titelseiten der Magazine. Nirvana wurden zu den Künstlern des Jahres erklärt. Das Titelbild Kurt, Courtney und Tochter Frances wurde sehr schön. Im Februar 1993 erschien Kurt auf dem Cover von “The Advocate”, dem ältesten und erfolgreichsten schwulen Nachrichtenmagazin in den Staaten. Kurt wollte auf die schwulen Leser einen guten Eindruck machen, also ist das Interview eines seiner nachdenklichsten und am wenigsten sarkastischen Interviews, er erzählte davon, wie er in Aberdeen Graffiti “HOMOSEXUAL SEX RULES” und “GOD IS GAY” gesprüht habe. Obwohl gerade Kurt Cobains schlimmste Sucht begonnen hatte, wurden am 23. März 1993 alle Klagen gegen die Cobains offiziell eingestellt. Das bedeutete, daß sie nicht länger Besuche von Sozialarbeitern ertragen mußten. Sie waren frei. Courtney Love spielte in London…

Die Lügen des Peter Herbstreuth über Johnny de Brest / Anzeige gegen Peter Herbstreuth wegen Verleumdnung?

Die Lügen des Peter Herbstreuth (überlegt wird eine Anzeige gegen Peter Herbstreuth wegen Verleumdnung)

“Johnny de Brest hat im heutigen Oswiecim etwas überstürzt und offenbar aus der Hüfte fünfzehntausend verwackelte Fotos geschossen”
Peter Herbstreuth im “Tagesspiegel”, 1.12. 2001

Das ist Rufmord und Verleumdnung, denn:

– Johnny de Brest hat keine 15 000 (verwackelte) Fotos in Oswiecim geschossen, schon die genannte Zahl ist eine Lüge! Und Johnny de Brest kann beweisen, daß Peter Herbstreuth nicht die Wahrheit geschrieben hat.

– Johnny de Brest hat auch nicht überstürzt fotografiert, es gab und gibt ein Drehbuch, langjährige Recherchen und mehrmalige Besichtigungen des Ortes und Schauplatz noch bevor fotografiert wurde.

– Johnny de Brest hat noch nie aus der Hüfte fotografiert.

– Die wenigen “unscharfen” Fotografien sind absichtlich so aufgenommen worden, das sieht jeder, sie sind Teil der Dramaturgie des Fotoromans, einige wenige Fotografien, die den Verlust des Bewußtseins während einer Autofahrt symbolisieren. Das ist Konzept, legitim, betrifft einige wenige Fotografien, war und ist ABSICHT. Es handelt sich um einen Fotoroman und nicht um biedere Bewerbungs- oder Werbefotografien. Die Diskussion darüber in der heutigen Kunstwelt von Peter Herbstreuth ist altbacken und anachronistisch und riecht nach gezielter Sabotage, einem Racheakt, der von anderer Seite gesteuert wurde (Neid Kunstszene um Harry Lybke, Rache für Kritik, den Lügen des Peter von Becker im “Tagesspiegel” – 5. Juli 2001 – Jean Seberg-Artikel, Rache für die nicht eingeladene Ev Tebroke zur Vernissage am 13.11. 2001).Margaret Schulz, die das Fotoprojekt “Vladracul” kennt, sagte: “Es ist unfassbar welche Lügen Peter Herbstreuth über Johnny de Brest verbreitet”.